** zur Übersicht

 
[* seit 2007 porter à col ]

Am Hals tragen - Kolporteur sein.

Kreidespray ist ökologisch korrekt und abwaschbar und geeignet, Inhalte unters Volk zu bringen. Es braucht aber noch andere Taktiken, denn einfach ein Wort in den Raum zu stellen, fordert den Betrachter nicht mehr zur Konzentration.

Begriffe werden in Buchstaben zerlegt, ihre Reihenfolge nummeriert und als Rätsel auf großen Flächen verteilt. Der Zeitaufwand des Zusammensetzens verunmöglicht das schnelle Lesen und Vergessen. Erst das Sammeln der Buchstaben zum bedeuteten Wort gibt dem Betrachter den Sinn. Bei der laut Untersuchungen durchschnittlichen Betrachtungszeit eines "Kunstwerks" von 30 Sekunden selbst im musealen Raum wird hier der Schwierigkeitsgrad drastisch erhöht:



[* 2010 Steilshoop ]

Perhaps if retranslated ... "Kontinuiät", in Steilshoop (Hamburg) in Einzelbuchstaben aufgelöst, parallel die Verteilung von Stoffarmbändern an das Publikum der balkoniade & knapp daneben mit dem Aufdruck:

K1O2N3T4I5N6U7I8T9Ä10T11

Jede/r Besucher/in erhält dazu ein gleichlautendes Armband ...






[ Bilderschau ]


[* 2008 Adlerstraße, Hamburg ]

Als Beitrag zur Triennale der Photografie 2008 wurde das Zergliedern von Begriffen in einzelne Buchstaben in Aktionen zusammen mit dem Publikum ausgeführt. Am Ende stand ein Fotobuch, das Teil des Ausstellungsbeitrags war.

Die erste Aktion fand statt im Innenhof an der Adlerstraße, Hamburg-Barmbek. Die beiden gegeneinander gruppierten Hufeisenformen des Wohnblocks beherbergen gänzlich unterschiedliche Mieter/innen, der eine Block hauptsächlich junge Familien, der andere alleinstehende und ältere. Die Aktion erfolgte im zweiten, von Spielgerät und Fahrrädern unverstellten, ungenutzten Teil: I1D2E3N4T5I6T7Ä8T9






[ Bilderschau ]

[* 2008 Königskinderweg, Hamburg ]

Die gemeinsame Rasenanlage, in die die Einzelgärten auslaufen, zerlegt N1A2C3H4B5A6R7 - eine angenommene Selbstverständlichkeit entwickelt Eigendynamik, wenn noch einmal anders präsentiert.

Die Reaktionen der Anwohner/innen werden naturgemäß nur bei "Befürchtungen" übermittelt. So wurde in Rahlstedt besorgt nachgefragt, ob dies Markierungen eine Baustelle abstecken und bald Grabungen zu erwarten wären ... Nun, mit "Grabungen" hat es ja schon zu tun: Experimentelle Begriffsarchäologie ...

Weitere Aktionsorte an diesem Tag:
Radenwisch (HH-Schnelsen), Düpheid (HH-Rahlstedt)






[ Bilderschau ]

[* 2008 Braußpark, Hamburg ]

Auf Einladung der Phototriennale sprühen Rundgänger/innen unter fachkundiger Anleitung mittels Schablonen das Wort HYPE, wirken so an einem Fotobuch mit, sind Kommentator/innen der Eventkultur, die sie mit bedienen und inszenieren obendrein den Gegensatz zum kulturell wenig besetzten Quartier Hamm Süd. Die Anwohner/innen beobachten den H1Y2P3E4 von den Fenstern aus ...

Das Fotobuch wurde nach dieser Abschlußaktion im Hamburger Waschhaus, einem Projektraum im Quartier, ausgelegt.



[ Bilderschau ]


Das Fotobuch

Das zu den Aktionen 2008 hergestellte Fotobuch wird seither in verschiedenen Kontexten auf einer Picknickdecke präsentiert, hier auf dem Boden im Brunswiker Pavillon anläßlich der Ausstellung "Grenzen" 2009. So ist das, was "ausgestellt" ist, wieder nur ein Verweis auf ein Ereignis, das irgendwo auf einer Wiese, einem Bürgersteig "kreiert" wurde und danach dem Vergessen anheim gegeben wurde. Einmal in einer "Ausstellung" angekommen, ist die "Kunst" schon wieder Geschichte.



 



acp

Impressum | Info